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Interessante Alta-Advantage Tour in Texas & Wisconsin

Unter der Leitung und Organisation von Alta Deutschland Geschäftsführer Michael Wenzlau flogen 15 Teilnehmer vom 16. bis 26. März 2007 zur Alta-Advantage Tour in die USA. Ziel waren einige der innovativsten Betriebe in Texas und im Norden von Wisconsin. Die Gruppe besichtigte interessante Großbetriebe, die in engem Kontakt zu Alta stehen. Dies eröffnete die einmalige Gelegenheit, mit gastfreundlichen und aufgeschlossenen Betriebsleitern vor Ort über viele Aspekte des Managements und Handlings von großen Milchviehherden zu diskutieren. Hierbei wurden starke Unterschiede zwischen den zwei besuchten Regionen der USA hinsichtlich der Ausprägung von Landschaft und Landwirtschaft deutlich.

Wisconsin ist von der Landschaft, der Flächenstruktur und der Besiedelung vergleichbar mit vielen Gebieten Westeuropas. Die Durchschnittsgröße der dortigen Familienbetriebe liegt immer noch zwischen 60 und 80 Milchkühen, die größtenteils in Anbindeställen gehalten werden. Jedoch findet hier ein stark beschleunigter Strukturwandel statt. Da es in den USA keine Milchquoten gibt, wachsen einige Betriebe in einem Schritt von 80 auf 300 oder gar 600 Kühe, während viele andere Familienbetriebe aus der Milchproduktion aussteigen. Die Betriebe, die von der Reisegruppe in der Umgebung von Baldwin, Wisconsin besucht wurden, verfügen über Herdengrößen zwischen 300 und 1.700 Kühen. Die relativ neuen Ställe entsprechen unseren derzeitigen (westeuropäischen) Ansprüchen an Kuhkomfort und Produktivität in großen Beständen mit hohen Leistungen. Neben dem Tierkomfort sorgen die Genetik, gute Fütterung, dreimaliges Melken, gutes Management und teilweise der, in Wisconsin noch weit verbreitete, Einsatz von BST (Wachstumshormon) für Milchleistungen zwischen 10.000 und 15.000 kg Milch pro Kuh und Jahr.

Ein völlig anderes Bild zeigte sich den Tourteilnehmern hingegen in Texas. Endlose Weiten, riesige Mais- und Baumwollfelder bestimmen neben großen Kreisberegnungsanlagen die Landschaft. Rund um Hereford, der von den Amerikanern benannten „Rindermasthauptstadt“, informierte sich die Reisegruppe über die dort ansässigen Betriebe. Riesige Rindermastbetriebe, in Größenordnungen von mehr als 100.000 Mastrindern auf einem Standort, haben sich hier angesiedelt.


Feedlot in Texas

Die Tiere werden aufgrund des trockenen Klimas in so genannten Feed Lots gehalten. Feed Lots sind massiv eingezäunte Gruppenbuchten (100 - 500 Tiere/Bucht) unter freiem Himmel, die zumeist auf höher gelegenen und unbedingt trockenen Böden ohne festen Unterbau erstellt werden. Lediglich der Futtertrog ist betoniert. Der anfallende Dung wird ein- bis zweimal pro Jahr mit dem Radlader abgeschoben und auf den Feldern ausgebracht. Für Regenzeiten sind riesige Güllelagunen von Nöten, die den flüssigen Mist auffangen können. Neben den Rindermästern setzen viele Milchviehhalter in Texas auf dieses im Vergleich zum konventionellen Stall deutlich günstigere Haltungssystem. Lediglich der Melkstand befindet sich in einem festen Gebäude. Den Milchkühen wird im Gegensatz zu den Mastrindern zum einen mehr Platz und zum anderen ein einfaches Sonnen- bzw. Regendach angeboten. Die Leistungen und die Verluste der Milchviehbetriebe mit Feed Lots sind sehr stark von der Witterung abhängig. So haben die Milchviehhalter im letzten für texanische Verhältnisse sehr harten Winter (viel Niederschlag, Frost und Schnee) zahlreiche Kühe verloren. Daher stellen nun mehr und mehr Landwirte zumindest für den frischmelkenden Teil der Herde auf ein Laufstallsystem (z. T. sogar klimatisiert) um. Entsprechend der Flächenstruktur in Texas liegen die Betriebsgrößen mit 1.700 bis 4.000 Kühen über den von der Alta Reisegruppe besuchten Betrieben von Wisconsin.

Die Milchleistungen lagen in etwa 25 bis 30 % unter denen der Betriebe in Wisconsin, jedoch wird in Texas, aufgrund von gezahlten Sonderprämien, in den meisten Herden auf den BST-Einsatz verzichtet.

Ähnlich wie in Deutschland haben die Milchviehbetriebe in den USA mit dem Run auf den stark subventionierten Anbau nachwachsender Rohstoffe (hier vor allem Bioethanol) und den damit verbundenen stark ansteigenden Land- und Futterkosten zu kämpfen. Die Futterpreise in den USA haben sich im letzten Jahr nahezu verdoppelt. Demgegenüber stand ein schlechter Milchauszahlungspreis, so dass die meisten Landwirte ihre monetären Verluste in der Milchproduktion beklagten.


Betriebseigene Milchtrucks befördern die Milch

Die Alta-Advantage-Tour Teilnehmer konnten in den 9 Tagen viel über Produktions- und Arbeitsmanagement in großen Milchviehbetrieben, vor allem über strategische Zukunftsplanung und Unternehmertum in der Landwirtschaft erfahren und lernen.
Neben der schematischen, zum größten Teil schriftlich festgehaltenen und an die Mitarbeiter (über 90 % Mexikaner) ausgehändigten verbindlichen Vorgabe von Arbeitsabläufen (Melkprotokoll, Abkalbeprotokoll,…), werden auch die strategischen Unternehmensziele zeitlich terminiert und schriftlich festgehalten. So präsentierten ein Großteil der Betriebsleiter einen Zeitplan, in dem sie uns genau mitteilten, wann sie welchen Erweiterungsschritt unter welchen Rahmenbedingungen planen.

Bericht:
Holger Helmerichs Alta Deutschland


Deutsche Reisegruppe unterwegs auf der Advantage Tour März 07

Posted Apr 13th

 
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