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Immer den Kühen nach – mit Ziel Texas!
Mit 5.000 Kühen in Texas Milch produzieren – das klingt spannend und für viele kaum vorstellbar. Um deutschen Landwirten ein Bild von der Milchkuhhaltung in den USA zu vermitteln, lud Alta Deutschland den Tierarzt Dr. Martin van der Leek zur 2.
AVS-Konferenz ein. Mehr als 80 Landwirte hatten die einmalige Gelegenheit, von den Erfahrungen und dem Wissen eines progressiven Milchkuhhalters mit Großbetriebserfahrung zu profitieren. Herr van der Leek ist Tierarzt auf der 640 ha (Hoffläche!) großen „Legacy Farms“ in Plainview im Norden von Texas.
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Außenhaltung in „Dry-Lots“
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Hier stehen 5.000 Kühe und 1.000 Trockensteher plus weibliche Nachzucht. Van der Leek’s Verantwortung liegt in der Tiergesundheit, der Fütterung und der Arbeitsorganisation. Auf dem Betrieb wird 3-mal täglich in zwei Doppel 40er Side by Side Melkständen gemolken. Die Tiere werden in so genannten „Dry-Lots“ im Offenbereich gehalten. Martin van der Leek richtete seinen beruflichen Werdegang stets getreu dem Motto aus „Immer den Kühen nach“. Bevor er auf der Legacy Farms tätig wurde, betreute er als Tierarzt große Anlagen im Bereich Fruchtbarkeit, Management und Fütterung in Florida, New Mexico und Indiana.
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Fläche als limitierender Faktor der Betriebserweiterung
Der mittlere Westen ist aus Sicht von Dr. Martin van der Leek einer der besten Standorte in den USA, „weil man dort gelernt hat, gutes Futter anzubauen“. Allerdings gibt es keine bestimmten Konzentrationsgebiete, da die Milch sehr weit gefahren wird. Der limitierende Faktor bei der Betriebserweiterung ist die Fläche und damit die Futterversorgung. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort ist es bei wenig Niederschlag enorm wichtig, in der Nähe von Wasseradern zu siedeln. Der Standort sollte zudem dicht am „Verbrauchermarkt“ liegen, denn dort lassen sich bessere Auszahlungspreise erzielen, wie van der Leek erläutert.
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Blick auf die „Legacy Farms“
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Lage des Betriebes in Texas
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Die Farmen werden von der Bevölkerung positiv angesehen, da die Gebiete sehr dünn besiedelt sind. Eine Farm muss laut Gesetz so gebaut werden, dass sie große Mengen Wasser kontrolliert aufnehmen kann, damit die Gülle nicht ins Land geschwemmt wird. Deshalb befindet sich mitten im Betrieb Legacy Farms eine große Lagune, in der die Gülle aufgefangen wird und in der sich im Notfall bei Überschwemmungen das ganze Wasser sammeln kann. Zur Berechnung der Lagunengröße werden die Überschwemmungen der letzten 20 Jahre analysiert.
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Van der Leek gab zu bedenken, dass sicherlich ab einer bestimmten Kuhzahl, allerdings auch standortbezogen, Grenzen der Produktivität entstehen. Wichtige Faktoren sind hier die Entfernungen für Futtertransport und Gülle. Ein Betrieb mit 5.000 Kühen ist wohl auch eine Grenzgröße in der Gegend der Legacy Farms. Van der Leek sieht eine Konkurrenz für seinen Betrieb in einem gerade erst errichteten Ethanolwerk, denn beide benötigen zur Fütterung den Mais. Die Ethanolanlagen bekommen pro Liter Ethanol einen Zuschuss von 50 ct.
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Für ein erfolgreiches Management ist es für van der Leek entscheidend, folgende Parameter im Griff zu haben:

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Mitarbeiter kontrollieren und gleichzeitig motivieren
Fähige Mitarbeiter sind für jeden Betrieb unerlässlich. Van der Leek handelt nach dem Motto „Trust but verify“, was bedeutet, „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Ihm ist es wichtig, die Mitarbeiter zu überprüfen, ob sie beispielsweise die richtige Ration anhand der vorgegebenen Daten füttern. Zur besseren Arbeitsorganisation hat der motivierte Tierarzt ein Organigramm erstellt, das die Hierarchien der Mitarbeiter festlegt und aufzeigt, wer wem untergeordnet ist. So können einzelne Teams gebildet werden, denen Gruppenleiter übergeordnet sind, die im eigenen Unternehmen ausgebildet wurden. Auf der anderen Seite ist es unerlässlich, die Leute zu motivieren und Anreize zu schaffen, damit sie gut und gerne arbeiten. Insgesamt sind 74 Mitarbeiter auf dem Betrieb tätig.
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Feste Strukturen durch eine gute Arbeitsorganisation
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Fütterung optimieren
Auf der Legacy Farms wird ein hoher Grundfutteranteil gefüttert. Wichtig ist ein qualitativ hochwertiges Grundfutter sowie eine gute Futtereffizienz bei ausreichender Pansenaktivität. Futteraufnahme, Milchleistung, Fett- und Eiweißgehalt sowie Milchharnstoff sind die entscheidenden Parameter.

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In der Close-Up Phase füttert van der Leek 7 kg Stroh in der Ration. Diese strohreiche Ration ist sehr energiearm, enthält aber sehr hochwertiges Eiweiß (AminoPlus). Die Tiere können einen Teil des Eiweißes in Energie rückwandeln. Damit die Kühe die strohreiche Ration fressen und nicht verweigern, sind einige Dinge entscheidend. Das Stroh wird sehr kurz auf 5 cm gehäckselt. Außerdem wird die TMR sauber gemischt, so dass die Kuh nicht sortieren kann. Nicht zuletzt muss die Kuh „hungrig“ sein.
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Verbrauchertrends bestimmen Milchproduktion
Trend in den USA ist BST-freie Milch. Von der Bevölkerung wird diese Milch mehr und mehr bevorzugt, so dass sich Molkereien und Landwirte darauf einstellen. BST (Bovines Somatotropin/ Wachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung) bringt mehr Milch und regt zusätzlich die Futteraufnahme an. „2 x melken mit BST ergibt das gleiche wie 3 x melken ohne BST“, erklärt van der Leek.
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Laut Aussagen der Wissenschaft hat BST keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Tier. Die Besitzer der Legacy Farms finden es bedenklich, inwieweit die Verbraucher-meinung eine willkürliche Diskussion entfachen kann und in welche Bereiche sie vielleicht schon morgen Einfluss nehmen wird.
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Immer mehr Molkereien nehmen nur noch BST-freie Milch ab.
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Zu besten Ergebnissen mit höchstem Kuhkomfort
„Einfachheit siegt!“, so erläutert Martin van der Leek sein Rezept, wenn es um Kuhkomfort geht. Sein Prinzip lautet KISS. Was das ist? “Keep it simple“ oder „Mache es einfach“. Das ist nichts Neues, jedoch eine entscheidende Produktionsgrundlage. Die Kühe der Legacy Farms sollen im Prinzip nur drei Dinge tun:
- Stehen, um zu fressen oder zu trinken
- Stehen, um gemolken zu werden
- Liegen, um Milch zu produzieren

Steigende Preise am Milchmarkt
Der Milchmarkt in den USA erfreut sich seit circa 2 Jahren einer positiven Preisentwicklung. Allerdings wird diese Entwicklung von außergewöhnlich hohen Futterpreisen begleitet. Diese beruhen auf der gestiegenen Nachfrage nach Getreide durch die Bioenergie-Industrie. Die Zukunft der Milchbranche ist im Moment offen. Die Farmer stellen sich die Frage, ob die Futterpreise oder die Milchpreise zuerst nachgeben.
Dr. Martin van der Leek berichtete den Teilnehmern der AVS-Konferenz sehr engagiert von der Milchproduktion großer Herden in Texas und erläuterte die Bedeutung von Mitarbeiterführung und Kuhkomfort. Neugierig auf mehr? In Kürze erhalten Sie auf dieser Seite einen Einblick in das Herdenmanagement von Großbetrieben. Seien Sie gespannt und klicken Sie auf www.altagenetics.de
Bericht von Daniela Lemke, AltaMarketing

Posted May 1st
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