Brachyspina (BY): eine neue genetisch rezessive Abweichung
Die Holstein Association der USA hat entschieden Brachyspina als unerwünschtes, rezessives Merkmal an zu erkennen und alle getesteten Tiere zu registrieren. Brachyspina wird durch eine genetische Abweichung verursacht, wie z.B. CVM und BLAD.

Da es sich um ein rezessives Gen handelt, muss das Krankheitsgen (Allel) auf beiden Chromosomen vorhanden sein (bb). Ein Träger hat ein abweichendes und ein normales Allel (Bb). Dieses Tier wird normalerweise lebend geboren, ohne Abweichungen und ist normal lebensfähig. Untersuchungen zeigen das 6% der Holsteinpopulation Brachyspina-Träger sind. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist der 1974 geborene Bulle Sweethaven Tradition, die Quelle von Brachyspina. Andere häufig eingesetzte Träger sind folgende Bullen: Bolton BY, Ramos BY, Convincer BY und Leadman.
Trächtigkeiten mit zwei Allelen des Brachyspina Gens (bb) entstehen nur aus einer Paarung von zwei Trägern (Bb). Und selbst dann liegt die Wahrscheinlichkeit für das Krankheitsgen nur bei 25%. Zudem werden kaum Tiere mit Brachyspina geboren, weil diese schon frühzeitig in der Embryonalfase sterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kalb mit Brachyspina geboren wird, ist daher minimal. Momentan gibt es weltweit nur 7 geborene und registrierte Brachyspina Kälber.
Folgendes Schema zeigt, wie hoch die Chance auf Brachyspina ist, wenn zwei Träger (Bb x Bb) gepaart werden.
Die Holstein Association USA hat entschieden, Tiere die getestet und nicht Träger sind mit TY zu markieren und Träger mit BY. In Kanada werden nicht Träger mit BYF und Träger mit BYC markiert.
Einfluss von Brachyspina
Brachyspina ist nicht deutlich erkennbar, weil 25% der Kälber aus einer Paarung von zwei Trägern frühzeitig abortieren. Brachyspina hat einen negativen Einfluss auf die Konzeptionsrate und damit direkt auf die Tochterfruchtbarkeit. Obwohl dies in der Zuchtwertschätzung berücksichtigt wird, findet man trotzdem Träger mit positiver Tochterfruchtbarkeit. Der Bulle Ramos BY ist diesbezüglich ein gutes Beispiel.
Brachyspina hat keinen Einfluss auf die Überlebensrate von Kälbern. Man kann den Einfluss von Brachyspina mindern, indem - mittels unseres Anpaarungsprogramms AltaMate - die Anzahl Paarungen von Trägern soweit wie möglich beschränkt oder vermieden wird.
Wie verhält sich Alta bezüglich Brachyspina?
Im vergangenen Jahr gab es die Möglichkeit Tiere auf Brachyspina zu testen. Alta hat sämtliche Bullen die momentan vermarktet werden und ältere häufig genutzte Bullen getestet. AltaCALLOW und AltaMENTOR müssen noch getestet werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie positiv sind, ist mit 1% jedoch sehr klein. Auch Wartebullen mit Trägern in ihrer Abstammung wurden getestet sowie alle jungen Bullen in Alta's Ställen. In Zukunft wird jeder Jungbulle auf Brachyspina getestet.
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