Erfolgreiches Seminar 'effektive Jungviehaufzucht'
Wie füttere ich Kälber von der ersten Lebensstunde an richtig, damit sie sich zu hochleistenden Färsen entwickeln? Professor Jud Heinrichs von der Penn State University, USA, beantwortete diese und andere Fragen auf dem Seminar „effektive Jungviehaufzucht" am 5.12.2011 in Hellwege, Niedersachsen.

Das Seminar „effektive Jungviehaufzucht“ mit Prof. J. Heinrichs, USA, fand aufgrund der regen Teilnahme bereits zum zweiten Mal statt. Dieses Mal richteten agroprax und Alta Deutschland das Seminar gemeinsam aus. Herr Dr. med. vet. J. Rothert von agroprax übersetzte Prof. Heinrichs Ausführungen.
Das Ziel dieser Veranstaltung war, Konzepte für effektive Fütterung und Management von Kälbern und Jungrindern zur Erzeugung optimaler Fruchtbarkeit und Leistung von Färsen zu erarbeiten.
Folgende Themenbereiche wurden im Seminar diskutiert:
- Optimale Kolostrum-Versorgung: so schnell wie möglich viel und hochwertiges Kolostrum verabreichen: mind. 4L in den ersten 8 Lebensstunden, davon mind. 2 L in den ersten 2 Stunden
- Qualitätsverbesserung: mind. 3-4 Wochen Trockenstehzeit für ausreichende Immunglobulin-Bildung; die Milchmenge des gesamten 1. Gemelks sollte 6L nicht überschreiten: 6L Gesamtgemelk einer Färse haben eine höhere IG-Konzentration als 20L einer Kuh aufgrund des Verdünnungseffektes. Die Milch sollte mindesten 50 g IgG aufweisen. Die Qualität kann mit einem Kolostrometer überprüft werden. Ein wichtiger Einflussfaktor ist zudem die Trockensteherfütterung, bei der auf die richtige Proteinversorgung und Körperkondition der Kuh geachtet werden muss.
- Kolostrum-Handling: Einfrieren in flachliegenden Beuteln für leichteres und gleichmäßigeres Auftauen im Wasserbad bei max. 60°C.
- Pasteurisieren: wird grundsätzlich empfohlen, da durch diesen Vorgang z.B. Coli-Keime und Koagulase negativen Staphylokokken abgetötet werden und mehrere Studien gezeigt haben, dass die IgG-Absorption der Kälber bei der Gabe von pasteurisiertem Kolostrum höher ist, als bei Rohkolostrum.
Das Frühabsetzen: Die Tränkemilchphase umfasst 40-60 Tage. Optimal ist die Fütterung von Vollmilch in Kombination mit Kälberstarter. Gute Silage kann zusätzlich gefüttert werden, wenn das Kalb bereits 1-1,5kg Kälberstarter je Tag frisst.
Die Fütterung des Jungrindes: mit einer effektiven und restriktiven Fütterung sollen in den ersten 9 Monaten durchschnittlich 800g tägliche Zunahmen erreicht werden, um ein EKA von 24 Monaten und eine maximale Milchleistung zu erreichen. Auch hier ist die Qualität und Zusammensetzung des Futters entscheidend.
Die Kälberhaltung (in den USA)
Mit Prof. Jud Heinrichs hatten wir einen sehr kompetenten Referenten, der den Teilnehmern viele Anregungen und neue Aspekte der Jungviehaufzucht mit auf den Weg gab, was sich auch in den angeregten Diskussionen zeigte.
Artikel geschrieben von Johanna Einerhand, Alta Genetics Marketing Assistant







