Info's &TippsFütterung Fütterung TrockensteherÖkonomischer Mehrertrag durch ausreichendes Futterplatzangebot in der Trockenstehphase Ökonomischer Mehrertrag durch ausreichendes Futterplatzangebot in der Trockenstehphase
Zahlreiche Publikationen unterstreichen die Bedeutung der Übergangszeit zu Laktationsbeginn für das Krankheitsrisiko. Während der letzten 3 Wochen der Trockenstehphase und den ersten 3 Wochen der Laktation haben die Milchkühe einige Herausforderungen zu bewältigen, wie z.B. Futterumstellung, einem steigenden Risiko für metabolische Erkrankungen, wie Ketose oder Milchfieber oder auch für Infektionskrankheiten, wie Metritis und Mastitis.

Faktoren einer erfolgreichen Transitphase:
- Minimierung des Futteraufnahmerückgangs vor dem Kalben
- Maximierung der Futteraufnahme nach dem Kalben
- Fressplatzangebot von 75-80cm
- keine Überbelegung
- ausreichende Fresszeit
Ein Schlüssel zur Reduzierung des Gesundheitsrisikos während der Transitphase ist die Minimierung des Rückgangs der Futteraufnahme, welcher häufig kurz vor dem Kalben auftritt, und die Maximierung der Futteraufnahme nach dem Kalben. Der Rückgang der Futteraufnahme wird durch viele Faktoren beeinflusst. Einer der wichtigsten Faktoren ist die Besatzdichte der hochtragenden Kühe. Verschiedene Studien von Norlund et al. und Overton et al. haben gezeigt, dass die optimale Futterplatzbreite während der Transitphase kurz vor und nach dem Kalben bei etwa 75-80cm je Kuh liegt.
Eine Überbelegung der hochtragenden Kühe reduziert die Milchproduktion um 1 bis 9Kg pro Tag während der ersten 30-60 Tage in Milch – je nach Grad der Überbelegung. Z.B. wird im Vergleich von einem herkömmlichen Fressplatzangebot mit gut 60cm zu einer größeren Breite von 75-80cm eine zusätzliche Leistung von 1 Kg Milch je Tier und Tag erwartet - bereinigt um den Effekt der Jahreszeit und der Laktationszahl. Wenn der Milchpreis bei etwa 29Ct/Kg liegt und die Futterkosten 180€/Tonne betragen, ist der Nettowert der zusätzlichen Milch gut 10€/Kuh auf 60 Laktationstage gerechnet.
Außerdem fanden Huzzey et al. von der University of British Columbia in einer Arbeit heraus, dass sich, pro 10 Minuten Verringerung der durchschnittlichen täglichen Futterzeit in der Woche vor dem Kalben, die Chancen für eine schwere Metritis nahezu verdoppeln und dass bei Kühen, deren Trockenmasseaufnahme um 1 Kg während dieser Zeit sinkt, das Auftreten einer Metritis 3 mal so hoch ist. Wenn die 10€ zusätzlicher Gewinn je Kuh nicht ausreichend motivieren, bedenken Sie, dass sich die Kosten einer Metritis auf etwa 240€ belaufen.
Das richtige Management der Besatzdichte und des Futterplatzangebots kurz vor dem Kalben kann durch die Reduktion von direkten Behandlungskosten der Metritis, ein reduziertes Schlachtrisiko in der Frühlaktation, eine verbesserte Reproduktionsleistung und höhere Erträge je Kuh, große Gewinne erwirtschaften.
Artikel geschrieben von Dr. Mike Overton, University of Georgia, College of Veterinary Medicine





