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Rationsgestaltung für gesunde Milchkühe

 

Die Rationsgestaltung ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit und Leistung unserer Kühe. Ob die Rationsgestaltung auf den Bedarf der Kühe zugeschnitten ist, ist an verschiedenen Faktoren zu erkennen.

 

Für eine pansengerechte Ration muss das Verhältnis von Struktur- und Kraftfutter stimmen. Beide Futterkomponenten haben einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit und Leistung der Kuh. Eine pansenwirksame Struktur haben Futterpartikel ab einer Länge von 0,6 cm. Jedoch zeigt eine Länge von 4 cm eine bessere Wirkung.

 
Rationsgestaltung für gesunde Milchkühe

Nur wenn die Kühe ausreichend strukturreiches Futter aufnehmen, wird die Pansenwand stimuliert und das Wiederkäuen angeregt. Das Wiederkäuen sorgt für die Produktion von basischem Speichel, der wiederum die Übersäuerung des Pansens verhindert, die durch leicht verdauliche Substanzen (überwiegend im Kraftfutter enthalten) entstehen kann. Hierfür ist auch die schnelle Aufnahme der Fettsäuren über die Pansenwand wichtig. Um eine Übersäuerung zu vermeiden, sollten zudem Kraft- und Raufutter gleichzeitig aufgenommen werden.

 

Kennzeichen einer ausgewogenen Rationsgestaltung:

 

  • Gesamte Fresszeit je Kuh und Tag ca. 6-8 Std. (10-12 Mahlzeiten á 45 min.)
  • Wiederkauzeit je Kuh und Tag ca. 8-10 Std.
  • Gesamte Kauzeit je Kuh und Tag ca. 16 Std.
  • > 50% der liegenden Kühe sollten wiederkäuen; 2 Std. nach Fütterung sollten es ca. 90% sein
  • 50-70 Kiefernschläge je Wiederkaubrocken; < 50 Schläge à Strukturmangel

 

Weitere Kriterien einer ausgewogenen Ration:

Pansenbeurteilung_anhand_Hungergrube

 

Pansenbeurteilung: Bei ausreichender Futteraufnahme und Passagegeschwindigkeit hat die Pansenfüllung folgende Merkmale: die Haut über den Querfortsätzen verläuft zuerst eine Handbreit senkrecht nach unten und biegt dann nach außen. Es ist keine Hautfalte vom Hüftbeinhöcker zum Rippenbogen zu sehen, dafür aber die Hungergrube hinter dem Rippenbogen.

 

Kotbeurteilung: der Kot ist der Spiegel der Verdauung. Er sollte eine mittlere Konsistenz haben, beim Aufprall ein leicht plumpsendes Geräusch machen, nicht weit auseinander spritzen, 2-3 cm hoch sein und bei der Stiefelprobe bleibt kein Sohlenprofil im Fladen zurück und der Kot saugt sich nicht beim Anheben des Stiefels an. Der Kot sollte glänzen und homogen sein. Es sollten keine unverdauten Teile zu sehen oder zu fühlen sein.

 

Artikel basierend auf dem Buch „Kuh-Signale" von Jan Hulsen

 
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