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Kälberhaltung: die wichtigsten Faktoren für gesunde Kälber

 

Die Kälberhaltung ist häufig suboptimal. Gründe sind u.a. zu wenig Platz und der wirtschaftlich geringe Wert eines Kalbes. Allerdings ist das eher kurzfristig gedacht, denn ebenso wie die Fütterung legt auch die Kälberhaltung einen Grundstein für gesunde und produktive Färsen.

 
Kälberhaltung: die wichtigsten Faktoren für gesunde Kälber

Die Art der Haltung hat einen starken Einfluss auf die Gesundheit! Eine ungünstige Haltung in stickigen, unsauberen Ställen führt z.B. zu Lungenschäden. Die Folge ist eine verminderte oder gar keine Leistung - egal wie gefüttert wird.

 

Deshalb sollte bei der Kälberhaltung besonderes Augenmerk auf eine gut belüftete und saubere Unterbringung gelegt werden. D.h., nach dem Ausstallen, bzw. vor dem Einstallen eines Kalbes muss die Unterbringung gemistet, gereinigt und desinfiziert werden.

 

Um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden, sollte zudem darauf geachtet werden, die Kontakte von Kalb zu Kalb zu minimieren. D.h., es wird empfohlen, dass Kälber in den ersten Lebenswochen einzelnd gehalten werden, damit sie keinen direkten Kontakt zueinander haben. Zudem sollte eine Krankheitsübertragung durch Hände, Stiefel und Eimer vermieden werden. Weiterhin empfiehlt es sich die Kälber in einem von der Herde separaten Stall unterzubringen, um den Infektionsdruck so gering wie möglich zu halten.

 

Auch das Stallklima ist entscheidend, um Kälberverlusten vorzubeugen. In einem wärmegedämmten Kälberstall sollte die relative Luftfeuchte nicht über 80% und die Temperatur zwischen 16-22°C liegen, da die thermische Energie und die Wasserverdunstung über Atemluft und Haut abgegeben werden und somit die relative Luftfeuchte und Umgebungstemperatur auf den Wassergehalt des Kalbes einwirken.

 

In der Praxis haben sich vor allem Kälberhütten bzw. -iglus mit Außenklimabedingungen bewährt. Zum einen sind die Investitionskosten günstigere als der Bau wärmegedämmter Ställe und zum anderen ist die Tiergesundheit durchschnittlich besser.

 

Kälber sollten in den ersten 2-3 Wochen im Einzeliglu gehalten werden, da sie nach der Geburt durch den Geburtsstress und den fehlenden Immunschutz sehr krankheitsanfällig sind. Weitere Gründe für die Einzelhaltung sind die Vermeidung von Krankheitsübertragung, die Unterbindung von gegenseitigem Besaugen (führt zu Nabelentzündung), die häufig mangelnde Durchsetzungskraft bei der Tränke sowie der intensive Beobachtungsbedarf (Tierkontrolle). Die tägliche Tierkontrolle umfasst die Kotkonsistenz, die aufgenommene Futtermenge und die Trinkgeschwindigkeit.

 

Aus diesen Gründen wird sogar empfohlen, diese Einzelhaltung für die gesetzlich maximal erlaubten 8 Wochen zu nutzen. Allerdings bedeutet die Einzeliglu-Haltung auch die meiste Arbeit und es muss beachtet werden, dass Kälber, die älter als 2 Wochen sind, größere Einzelboxen brauchen (unter 2 Wochen: 80x120 cm; über 2 Wochen 100x160-180cm).

 

Weitere Ansprüche an eine optimale Kälberunterbringung sind Trockenheit und Zugfreiheit. D.h., Kälberhütten bzw. Iglus sollten im Windschatten aufgestellt werden und mit dem Schlupfloch abgewandt von der Hauptwindrichtung stehen. Zudem sollte der Hüttenboden ein Lattenrost sein, damit die Jauche abfließt. Täglich frische Einstreu ist selbstverständlich und vor allem im Winter muss reichlich eingestreut werden.

 

Besonders Iglus werden im Sommer sehr warm, weshalb sich ein schattiger Standort empfiehlt. Außerdem sollte der Standplatz regelmäßig gewechselt werden, um eine bessere Hygiene zu erreichen.

 

Befinden sich die Kälber während der Einzelhaltung im Außenklima, sollte auch die anschließende Gruppenhaltung in einem Außenklimastall erfolgen. Innerhalb einer Gruppe empfiehlt es sich auf Gleichmäßigkeit der Tiere zu achten, um die Konkurrenz und damit den entstehenden Stress möglichst gering zu halten. Zur Konkurrenzminderung dienen auch die Vermeidung von Überbelegung sowie eine ausreichende Futtermenge.

 

Neben der Haltung hat auch die Fütterung einen großen Einfluss auf die Kälbergesundheit. Z.B. ist es dienlich Futterkomponenten zu verwenden, die dafür bekannt sind, Durchfall zu mildern oder seltener auftreten zu lassen. Auch die Beständigkeit der Tränkemenge und Tränkezeit ist wichtig für die Gesundheit. Im Winter sollte bei Außenhaltung die Warmtränke (mind. 36°C) zum Einsatz kommen, damit die Körpertemperatur besser gehalten wird, der Schlundrinnenreflex einsetzt und die Milch im Labmagen gerinnt.

 

Artikel geschrieben von Johanna Einerhand, Marketing Assistens Alta Genetics


Quellen:

Heinrichs, J. (2011): "Improving Calf Nutrition and Health", Vortrag

Jungbluth, T. et al. (2005): "Technik Tierhaltung", erschienen im UTB Verlag

Kirchgeßner, M. (2004): "Tierernährung", 11. Auflage, erschienen im DLG Verlag

Kunz, H.-J. (2011): "Einfluss der Ernährung in den ersten Lebenswochen", Vortrag

 
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