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Ursachen für eine subklinische Pansenazidose

 

Subklinische Pansenazidose, auch SARA (subacute ruminal acidosis) genannt, ist ein gängiges Problem, von dem etwa 20 bis 30 % der deutschen Hochleistungsherden betroffen sind. Ein Grund ist der Versuch der Milchviehhalter, den hohen Energiebedarf der Tiere durch massiven Kraftfuttereinsatz zu decken.

 
Ursachen für eine subklinische Pansenazidose

In Feldstudien wurde herausgefunden, dass von subklinischer Pansenazidose betroffene Frischlaktierende und Hochleistende etwa 2,5kg weniger Milch geben, als nicht betroffene Tiere derselben Herde.

Die subklinische Pansenazidose tritt häufig in Verbindung mit anderen Leiden auf, wie z.B. der massiven Einschmelzung von Körperfett, Durchfall oder zu flüssiger Kot, Lahmheit, Euterödeme, Milchfettverlust und andere, was die Erkrankung zu einem sehr komplexen Problem für den Tierhalter macht.

 

Wie kommt es zu einer subklinischen Pansenazidose?

 

Die subklinische Pansenazidose kann definiert werden als ein Absinken des Pansen-pH-Wertes unter 5,6 für drei bis fünf Stunden pro Tag. Der Pansen pH-Wert wird durch die Konzentration der Säure bestimmt; ein Absinken des pH-Wertes wird folglich durch einen Säureanstieg bedingt.

 

Unter normalen Bedingungen wird das von der Kuh aufgenommene Futter von den Pansenmikroben in flüchtige Fettsäuren (FFS) zersetzt. Diese werden durch die Pansenwand absorbiert und dienen der Kuh im Blut als Energiequelle. Bis zu 70% der Energie der Kuh kommen aus den FFS (vgl. Abbildung, blau).

 

Bei der Verfütterung von hochverdaulichen Futtermitteln kann die Produktion von FFS häufig die Absorption überschreiten. Dies führt zu einem Anstieg der Säuren im Pansen (rot in der Abbildung). Dieser Säureanstieg ist häufig verbunden mit dem Anstieg von Milchsäure.

 

Verlauf_Pansen_pH-Wert

 

 

Abbildung: Messungen bei einer Holstein Kuh - gefüttert mit einer Ration mit hohem Rauhfutteranteil (blau) bzw. hohem Kraftfutteranteil (rot). Die grüne Linie zeigt die Grenze zum pH 5.6, während die gelbe Linie die pH-Grenze von 5.0 zeigt.

(Quelle: Steele et. al., 2009)

 

 

 

 

 

 

 

Am häufigsten kann die subklinische Pansenazidose bei Kühen in der Frühlaktation beobachtet werden, wenn der Kraftfutteranteil der Ration für eine hohe Leistung erhöht wird. Eine zu schnelle oder gar abrupte Änderung der Ration gibt der Mikroflora im Pansen keine Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, wodurch die Eintrittswahrscheinlichkeit einer subklinischen Pansenazidose steigt.

 

Auch bei einer langsamen Anpassung der Ration ist immer noch nicht geklärt, warum einige Tiere der Herde eine subklinische Pansenazidose bekommen und andere nicht. Dieser Effekt wurde auch bei Experimenten beobachtet, bei denen alle Kühe dieselbe Ration erhielten, aber nur einige mit einer Änderung des Pansen-pH reagierten. Die Genetik kann eine Möglichkeit für diesen Effekt sein, aber wahrscheinlich gibt es viele Ursachen dafür.

 

Weiterer Artikel zum Thema: Erkennung und Prävention von subklinischer Pansenazidose

 

Auszug aus einem Artikel von Matthew Walpole, PhD Student, University of Saskatchewan

Reprinted from Progressive Dairyman, April 12, 2011, pg. 42

 
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