Info's &TippsHerdengesundheitStoffwechselerkrankungenErkennung und Prävention von subklinischer Pansenazidose Erkennung und Prävention von subklinischer Pansenazidose
Die subklinische Pansenazidose ist weit verbreitet, wird häufig aber nicht erkannt. Sie führt jedoch zu finanziellen Einbußen, aufgrund von Leistungsrückgang und Nebenerkrankungen. Deshalb ist die Erkennung und Prävention von subklinischer Pansenazidose ein wichtiger Faktor der Herdengesundheit.

Woher weiß man, dass man Probleme mit subklinischer Pansenazidose in seiner Herde hat?
Kühe mit subklinischer Pansenazidose reduzieren häufig ihre Futteraufnahme, um den Säuregehalt in ihrem Pansen nicht unnötig zu steigern. Also kann die Beobachtung, bzw. Messung der Futteraufnahme Aufschlüsse geben.

Für große Herden ist das jedoch nicht sehr hilfreich, es sei denn, die Gruppen sind klein genug. Aber auch die Beurteilung des Kots ist ein wertvolles Hilfsmittel. Kühe mit subklinischer Pansenazidose haben oft Durchfall oder sehr flüssigen Kot und manchmal werden unverdaute Körner gefunden. Auch über den Milchfettgehalt kann eine subklinische Pansenazidose erkannt werden. Hierbei verhindert der Pansen-pH die Bildung der essentiellen FFS für die Milchfettsynthese.
Häufig leiden Tiere mit einem Milchfettgehalt von unter 3% an subklinischer Pansenazidose. Die subklinische Pansenazidose und ein niedriger Milchfettgehalt müssen aber nicht immer miteinander einhergehen. Dies gilt im Besonderen für Frischlaktierende, bei denen die subklinische Pansenazidose die heftigsten Leistungseffekte hat.
Man kann eine subklinische Pansenazidose auch mit Hilfe der Ruminozentese-Methode feststellen. Bei dieser Methode führt der Tierarzt eine Nadel in den Pansen ein und entnimmt eine kleine Probe Pansensaft , um den Pansen pH-Wert zu messen. Dies sollte 5 bis 8 Stunden nach der Fütterung und nur bei Kühen unter 60 Laktationstagen erfolgen.
Das Ergebnis ist zwar zuverlässig, aber die Messung wird häufig nur einmal durchgeführt. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass der Pansen-pH über den Tag hin schwankt. Eine neue, sicherere, wenn auch teurere Methode ist das Einsetzen von einem Bolus in einige Tiere einer Gruppe. Der pH-Wert wird so ständig gemessen und die Messdaten laufend per Funkt/Internet an den Computer übertragen. Anhand dieser Informationen können Sie die Futterration optimal anpassen.
Die Nebenwirkungen einer subklinischen Pansenazidose kann man in der Regel 3 bis 6 Monate nach der ersten Erkrankung feststellen. Zu diesen Nebenwirkungen gehören Lahmheiten, unerklärliche Abszesse und Schwellungen sowie schlechte Körperkondition trotz ausreichender Futteraufnahme. Treten diese Dinge in ihrer Herde gehäuft auf, sollten sie nach weiteren Anzeichen einer subklinischen Pansenazidose suchen.
Wie kann man subklinische Pansenazidose verhindern und behandeln?

Eine Behandlung von subklinischer Pansenazidose ist in dem Sinne nicht möglich. Die Situation kann jedoch verbessert werden, indem man für einen stabilen Pansen-pH-Wert sorgt. Dieser ist zudem die wirkungsvollste Prävention. Erreicht wird ein stabiler Pansen-pH durch ausgeglichene Rationen mit einem guten Fütterungsmanagement. Dazu gehören:
- Routinemäßige Analyse von Futterproben
- Regelmäßige Kotbeurteilung
- Vermeidung von Zermusen im Mischwagen und zu kurzem Häckseln des Futters, da dies zu einer Reduzierung der effektiven NDF führt
- Ausreichender Rohfaseranteil, da dieser eine entscheidende Rolle in der Gesamtration spielt
- Konsequent regelmäßige Futtervorlage
- Genügend Futter auf dem Futtertisch (Falls dies nicht der Fall sein sollte, führt dies zu einer zu späten Futteraufnahme, verbunden mit einem bis dahin abfallenden Pansen-pH Wert.)
- Auch die Erzeugung höchstwertigster Silagen und ein damit verbundener minimaler Kraftfuttereinsatz, führen zu einer Vorbeugung von subklinischer Pansenazidose.
Fazit
Eine zeitgerecht vorgelegte, ausbalancierte Ration verhilft den Kühen zu einem stabilen Pansen-pH und senkt somit die Risiken einer Verringerung der Milchproduktion und der Nebenwirkungen einer subklinischen Pansenazidose.
Weiterer Artikel zum Thema: Ursachen für eine subklinische Pansenazidose
Auszug aus einem Artikel von Matthew Walpole, PhD Student, University of Saskatchewan
Reprinted from Progressive Dairyman, April 12, 2011, pg. 42





