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Botulismus – Ursachen und Symptome

 

Aktuell berichten die Medien über den „chronischen Botulismus", mit dem sich angeblich auch Menschen anstecken können und der tödlich sein kann. Was sind also die Ursachen und Symptome dieser Krankheit?

 
Botulismus – Ursachen und Symptome

Ursachen des Botulismus:

 

Botulismus wird durch das Bakterium Clostridium Botulinum hervorgerufen. Dieses Bakterium ist ubiquitär vorhanden und befindet sich z.B. auch im Darm gesunder Tiere. Das krankheitsverursachende Gift „Botulinumtoxin“ wird von den Sporen des Bakteriums gebildet. Diese keimen jedoch erst unter anaeroben und feuchten Bedingungen, bei hohen Temperaturen und pH-Werten über 4,5, wie sie bei der Silage-(Fehl-)Gärung vorkommen können. Häufig gerät das Clostridium Botulinum über Tierkadaver, Erde oder organischem Dünger (Kot) bei der Futterbergung in die Silage.

Die "Faktoren" dieser Vergiftung (in den Medien auch Faktorenkrankheit genannt) sind also überwiegend im Management zu suchen.

 

Es wird zwischen dem „klassischen Botulismus“ und dem „viszeralen (chronischen) Botulismus“ unterschieden.

Bei dem klassischen Botulismus wird das Gift über das Futter aufgenommen, während es bei dem viszeralen Botulismus erst im Darm des Tieres selbst gebildet wird. Bei letzterem handelt es sich zumeist um eine schleichende Darminfektion durch die Aufnahme des Erregers über mehrere Monate.

 

Symptome des Botulismus:

 

Entsprechend den verschiedenen Infektionswegen der Krankheiten unterscheiden sich auch die Symptome beider Botulismus-Formen.

 

Krankheitsbilder des klassischen und viszeralen Botulismus

Klassischer Botulismus

Viszeraler Botulismus

  Lähmung der Zungen-, Schluck und  

  Atemmuskulatur

  Gekrümmter Rücken, staksiger Gang, Lähmung 

  der Gliedmaßen, Festliegen

  Zunge hängt schlaff aus dem Maul

  Erhöhte Endo- und Mykotoxinwerte im Blut

  Tiere sind apathisch

  Tiere sind apathisch

  Schwankender Gang

  Tiere magern ab

  Festliegen

  Rückgang der Milchleistung

  Pupillenstarre

  Verzögerte Pupillen- und Schwanzreaktion

  Tiere verenden plötzlich

  Labmagenverlagerung, Klauenrehe, 

  Nachgeburtsverhalten

 

  Vermehrtes Kälbersterben

 

  Chronischer Verlauf, meist nicht tödlich

 

ACHTUNG: Bereits eine geringe Konzentration von 0,1 -1 µg sollen für den Menschen tödlich sein können! Deshalb sollte im Krankheitsfall auf strengste Hygiene geachtet werden.

 

Bei viszeralem Botulismus ist es häufig schwierig das Gift nachzuweisen, da es an die Nervenzellen geheftet ist. Teilweise kann es jedoch, neben den erhöhten Endo- und Mykotoxinwerten, im Blut festgestellt werden. In der Milch soll das Gift nicht enthalten sein.

 

Vorbeugende Maßnahmen:

 

           -          Identifizierung und Beseitigung der Toxin Quelle

           -          Vorbeugende Impfung (nur bei gesunden Tieren erlaubt)

           -          Bestandsspezifische Impfstoffe können je nach Clostridien-Typ empfehlenswert sein

           -          Sorgfältiges Siliermanagement

           -          Nitrithaltige Siliermittel können u.U. Fehlgärungen hemmen

           -          Hygiene und Überwachung in allen Bereichen der Lagerung und Versorgung von/mit     

                      Futtermitteln und Tränkwasser, sowie beim Zukauf von Futter und Tieren

           -          Schadnagerbekämpfung

           -          Es wird zudem empfohlen, keine Gärrückstände von Biogasanlagen auf Grünland

                      auszubringen, da diese stark mit dem Gift des Clostridium Botulinum kontaminiert sein

                      könnten.

 

Maßnahmen im Krankheitsfall:

 

           -          Derzeit ist keine wirksame Therapie vorhanden

           -          Tier(e) sofort von der Herde separieren

           -          Rückstellprobe vom Futter nehmen

           -          Serumblut- und Kotproben nehmen

           -          Keine Antibiotika-Behandlung, da durch diese evtl. absterbende Bakterien das Toxin

                      vermehrt freisetzen und so die Symptome noch verstärkt werden

           -          Management überprüfen

 

 

Artikel geschrieben von Msc. Agr. Johanna Einerhand, Marketing Assistenz Alta Genetics

Quellen:

1) "Botulismus beim Rind - eine Krankheit mit typischer und atypischer Symtomatik", Dr. Hubert Brentrup, 1999, http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tiergesundheit/rgd/botulismus.htm

2) "Botulismus: Viele Tierärzte sind ratlos", S. Lehnert, 2006, Top Agrar

 
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