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Fragen & Antworten zum genomischen Test von Färsen

 

Neben den allgemeinen Fragen rund um den 3k Chip, stellt sich jetzt, wo ein ökonomisch interessanterer ($35-$45 in den USA) genomischer Test erwerblich ist, für viele Milchviehhalter die Frage „sollte ich meine weiblichen Tiere testen?" Natürlich hat diese Frage eine ganze Reihe weiterer Fragen zur Folge. Deshalb haben wir hier eine Liste der häufigsten Fragen zusammengestellt.

 
Fragen & Antworten zum genomischen Test von Färsen

Sollte ich meine weiblichen Tiere mit dem 3K Chip testen?


Um die Frage richtig beantworten zu können, müssen Sie sich zunächst selbst fragen, was Sie mit den Ergebnissen vorhaben. Wenn Sie die Ergebnisse dafür verwenden wollen, Ihre Tiere unterschiedlich zu züchten oder zu sortieren, dann sollten Sie einen Test in Betracht ziehen, wenn die Informationen Ihre Entscheidungsfindung verbessern. Wenn Sie meinen, dadurch keine besseren Entscheidungen zu fällen und somit heute oder in der Zukunft auch keinen höheren Gewinn zu erzielen, dann ist die Investition es nicht wert. Auch wenn die Kosten des genomischen Tests mittlerweile deutlich geringer sind, ist es immer noch eine beträchtliche Investition, wenn er bei vielen Tieren angewandt wird! Investitionen müssen sich bezahlt machen und es sollten nicht nur die tatsächlichen Kosten der Investition betrachtet werden, sondern ebenfalls die Opportunitätskosten und potentiellen Renditen wenn anderenorts investiert würde.

 

Wer bietet genomische Tests für weibliche Tiere an?


Zurzeit gibt es viele Organisationen die genomische Tests vermarkten oder die es zumindest könnten wie z.B. die Genetik Firmen, Pharmaunternehmen, Zuchtorganisationen oder auch Privatlabore. Andere können oder werden wahrscheinlich ebenfalls diesen Service anbieten. Sämtliche Informationen (Genotypen) werden an die USDA geschickt, die als zentrale Organisation für die Berechnung der Zuchtwerte verantwortlich ist.

 

Wie finde ich heraus, ob das genomische Testen meiner weiblichen Tiere das Richtige für mich ist?


Das genomische Testen Ihrer weiblichen Tiere bietet die Möglichkeit, die Tiere innerhalb des genetischen Potentials der Herde genauer einzustufen. Das Klassifizieren ihrer Herde liefert einige klare Vorteile wenn es zu bestimmten Managemententscheidungen kommt: 1) wenn Sie gesextes Sperma für den besseren Teil Ihrer Herde einsetzen wollen, 2) Wenn Sie die schlechten Tiere ihrer Herde ausmerzen wollen, 3) Wenn Sie bei herausragenden Tieren einen Embryotransfer machen wollen.

 

 

Was ist, wenn ich keine genaue oder vollständige Abstammung in meiner Herde habe?


Ohne eine vollständige und exakte Abstammung wird die alleinige Einstufung von Färsen anhand ihrer Pedigree-Information deutlich schwieriger bis unmöglich. Oftmals wird die Genauigkeit der Abstammung in einzelnen Herden überschätzt, da der tatsächliche Anteil fehlender Abstammungsinformationen branchenweit sogar > 25% liegt. Wenn Sie die Genauigkeit ihrer Informationen in Frage stellen, ist die genomische Untersuchung eine Möglichkeit, um dies zu überprüfen und zusätzlich Ihre Tiere exakt einzustufen.

 

In welchen Situationen macht es trotz genauer und vollständiger Abstammungsinformationen meiner Herde dennoch Sinn meine weiblichen Tiere genomisch testen zu lassen?


Die Antwort hängt wieder davon ab, was Sie mit der Information vorhaben. Wenn sie nur dazu verwendet werden soll, Ihre Genetik mit anderen Betrieben zu vergleichen, wird es sich definitiv nicht lohnen. Wenn Sie vorhaben damit die schlechteren Tiere Ihrer Herde auszumerzen, wird es sich ebenfalls nicht bezahlt machen, da sie genauso gut über die Pedigree-Information ausselektiert werden können. Wenn Sie Tiere damit selektieren wollen, die mit gesextem Sperma belegt werden sollen, wird es sich vermutlich auch nicht auszahlen. Wenn Sie allerdings die besten Tiere für einen Embryotransfer auswählen wollen, ist es eine gute Strategie, eine vorselektierte Gruppe genomisch zu testen, um sicher zu gehen, dass nur die allerbesten gespült werden.

 

Ich bin überrascht, dass sich der Einsatz dieser Technologie für die Selektion der schlechtesten Tiere zur Merzung und der besten Tiere zur Besamung mit gesextem Sperma nicht bezahlt machen soll?


In einigen Extremfällen mag es sich lohnen, aber wenn Ihre Herdenleistung Ihren Erwartungen entspricht und Sie über vollständige und genaue Abstammungsinformationen verfügen, dann liegt die durchschnittliche Sicherheit der Pedigree-Information bei ca. 40% für Net Merit oder TPI. Diese Sicherheit wird bei einem genomischen Test auf etwa 60% ansteigen. Nehmen wir die Statistik zu Hilfe, können wir davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Tier mehr als 100 NM oder 150 TPI Punkte zuzulegen nur bei 11% liegt und gleichermaßen nimmt der Zuchtwert eines Tieres auch nur um ca. 11% ab. Nehmen wir ein noch extremeres Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Zuchtwert sich um mindestens 200 NM oder 300 TPI Punkte verändert, beträgt lediglich 1%.

 


NM_Änderung_nach_genomischem_Test

 

 

Wenn 11% meiner Tiere um 100 $NM oder 150 TPI in ihrer Bewertung ansteigen und weitere 11% um den gleichen Wert fallen, macht es dann nicht doch einen großen Unterschied für die Einstufung meiner Tiere aus?


Es macht zwar einen erheblichen Unterschied bei der Einordnung vereinzelter Tiere, aber die meisten Betriebe arbeiten mit Tiergruppen. Zum Beispiel wird die genetisch höchste Gruppe für die Besamung mit gesextem Sperma ausgewählt, während die schwächste Gruppe – im Hinblick auf die Genetik – zur Merzung bestimmt ist. Bei der Arbeit mit Gruppen, müssen wir überlegen, um wie viel sich der Durchschnitt der Gruppe verändern würde, wenn wir die Färsen anhand eines genomischen Tests einstufen, verglichen mit der Pedigree-Bewertung. Bei einem normalen Bestand werden etwa 95% der Tiere um +/- 400 NM liegen und der Durchschnitt der Erstkalbinnen könnte 100 NM sein. Wenn Sie die besten 25% für den Einsatz von gesextem Sperma nutzen wollen, bestünde die für das gesexte Sperma selektierte Färsengruppe wahrscheinlich aus den Färsen > 250 NM. Die unteren 10% (die gemerzt werden) wären <-150 NM. Wie groß ist in dieser Situation die Chance, dass eine Färse, die auf Basis der Pedigree-Information für gesextes Sperma ausgewählt wurde (Top 25%) nach der genomischen Untersuchung in die Merzungsgruppe fallen würde (untere 10%)? In Anlehnung an die letzte Antwort, gibt es nur eine 1%ige Chance, dass ein Tier sich um 200 NM Punkte ändert, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tier von einem Kandidaten für gesextes Sperma zu einem Merzungskandidaten wird (oder umgekehrt) gleich Null ist, da sich die Einstufung um mindestens 400NM ändern müsste.

 

 

Einstufung_Faersen_mit_3K_Chip

 

Abbildung 1: Der Graph zeigt eine Herdensituation, in der die besten 25% der Tiere anhand der Pedigree-Informationen für gesextes Sperma selektiert wurden und die unteren 10% verkauft werden. Normalerweise ist die Chance gleich null, dass Tiere, die auf Basis der Pedigree-Daten zur Schlachtung ausgewählt wurden, nach einem genomischen Test letztendlich doch noch in der Kategorie „gesextes Sperma" landen.

 

 

Aber ein Tier könnte sich noch deutlich verändern und damit würde sich auch die Gruppe zur Merzung oder zum Einsatz von gesextem Sperma ändern?!


Das ist absolut wahr, aber wir müssen uns fragen, wie die Wirkung dieser Änderung ist. In einer normalen Herde gibt es eine Chance <1%, dass ein Tier der oberen Hälfte (basierend auf der Pedigree-Information) am Ende in den unteren 10% landet (nach Genom-Test). Daher werden die Tiere, die die Grenze der Merzungsgruppe überschreiten (oder für die Besamung mit gesextem Sperma ausgewählt werden) den Durchschnitt der Gruppe nicht signifikant ändern.

 

Wenn ich expandiere oder meine Remontierung zukaufe, sollte ich nur 3K Färsen kaufen?


Dies ist eine interessante Frage, und in einigen Situationen kann es sinnvoll sein, das Testen von unbekannten Färsen zu bezahlen. Normalerweise müssen Sie mindestens 2 x so viele Färsen testen, wie Sie planen zu kaufen, um eine finanziell vernünftige Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung hängt von dem Verhältnis der Remontierungskosten zum Rindfleischpreis ab. Bei niedrigen Remontierungskosten, ist es nicht wahrscheinlich, dass sich ein genomischer Test der unbekannten Tiere bezahlt macht. Aber wenn wir eines Tages extrem hohe Preise für Remontierung und niedrige Preise für Rindfleisch haben, wie es in der Vergangenheit der Fall war, wäre es sinnvoll.

 

Wenn ich mich dazu entscheide, die unbekannten Tiere genomisch zu testen, habe ich welche Vorteile?

 

Es gibt zwei wesentliche Vorteile: 1) "Vaterschaftstest": Das bedeutet, dass wir in der Lage sind festzustellen, wer der Vater des getesteten Tieres ist - vorausgesetzt, es war eine künstliche Besamung. 2) Der "Vaterschaftstest " ist der erste Schritt, um genaue genomische Vorhersagen zu treffen. Letztlich erhalten Sie eine genomische Analyse wie bei anderen Tieren auch bzw. einen Zuchtwert, wie oben beschrieben.

 

Artikel geschrieben von Nate Zwald, Senior Director Global Strategy and Marketing

 
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