Info's &TippsReproduktion & ZuchtTrächtigkeiten erzeugenKann ein Leistungs-Bonus für Mitarbeiter die reproduktive Arbeit verbessern? Kann ein Leistungs-Bonus für Mitarbeiter die reproduktive Arbeit verbessern?
Leistungsabhängige, finanzielle Anreize sind in vielen Branchen üblich, um die Mitarbeiter zu einem hohen Leistungsniveau zu motivieren. Z.B. werden viele Verkäufer zumindest anteilig auf Provisionsbasis bezahlt. Auf diese Weise hat ihr Verkaufserfolg einen sehr starken Einfluss auf ihr Gehalt. Aber könnte ein ähnlicher Mitarbeiter Incentive (Leistungs-Bonus) die betriebsinternen Besamer motivieren eine höhere Leistung zu bringen?

Vielen Milchviehhalter bekannt ist der Leistungs-Bonus für Milchqualität – speziell für das Erreichen und Aufrechterhalten von niedrigen Zellzahlen (SZZ) im Milchtank. Die SZZ ist einfach und regelmäßig zu messen und viele Milchviehhalter bekommen einen Milchpreisbonus, wenn sie ihr SZZ-Niveau unterhalb bestimmter Schwellenwerte halten. Wenn es richtig gestaltet wird, kann ein SZZ-Bonus eine Win-Win-Situation sowohl für den Mitarbeiter, als auch für den Betriebseigentümer bedeuten.
Leistungs-Boni für Besamer sind hingegen nicht verbreitet, obwohl ein erfolgreiches Reproduktionsprogramm einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Profitabilität eines Milchviehbetriebes ist. Eine gleichmäßige und hohe Anzahl Trächtigkeiten sorgt für eine ausreichende Remontierung, um ein hohes Produktionsniveau zu halten und ermöglicht eine Betriebserweiterung. Es gibt jedoch einige Herausforderungen bei der Strukturierung eines Reproduktions-Leistungs-Bonus.
Fragen und Herausforderungen bei der Einführung von Leistungs-Boni für Mitarbeiter:
- Welches ist der beste Maßstab zur Messung der reproduktiven Leistung? (Artikel dazu lesen)
- Verfügen die Angestellten über die erforderlichen Kenntnisse, Ausrüstung und Zeit, um ihre Reproduktionsaufgabe optimal auszuüben?
- Wie werden Managementbereiche eingerechnet, die die Fruchtbarkeit beeinflussen, wie z.B. Fütterung, Herdengesundheit und Management von Tragenden und Trockenstehern, die außerhalb der Kontrolle des Besamers liegen?
- Wie ermittle ich ein Basisniveau der Leistung und Ziele, anhand derer ich die Verbesserung messe und Boni biete?
- Was ist der richtige Betrag, der als Bonus geboten werden sollte?
- Wie messe ich die Leistung und schaffe Anreize für einzelne Personen, die Teil eines Teams sind?
- Werden sich die Mitarbeiter zu Lasten anderer (bonusfreier) Pflichten, die Sie haben können, auf den Verdienst des Bonus konzentrieren?
Notwendig und Hilfreich:
- Gespräche mit Ihrem Tierarzt, Fruchtbarkeitsspezialisten und Beratern und vor allem mit Ihren Mitarbeitern helfen diese Fragen zu klären.
- Es ist erfolgsentscheidend, dass ein Mitarbeiter das besprochene Konzept genau versteht.
- Bei fremdsprachigen Mitarbeitern evtl. zweisprachige Spezialisten zu den Besprechungen hinzu holen, um eine effektive Kommunikation zu gewährleisten.
- Regelmäßige Überprüfung des Bonus-Konzepts, um die Verbesserung der Leistung festzustellen. Falls die Leistung sich nicht verbessert, muss das Bonus-Programm optimiert oder eingestellt werden.
Einige Betriebsleiter/Manager sind nicht von der Idee überzeugt, dass Mitarbeiter ihr Bestes geben, wenn sie Leistungs-Boni erhalten. Leistungs-Boni sind kein Ersatz für gut ausgebildete Mitarbeiter, qualitative Betriebsanlagen, gut definierte Arbeitsplatzbeschreibungen und Managementstrukturen und eine offene, regelmäßige Kommunikation mit dem Betriebsleiter. Der Einsatz, um diese Bereiche zu verbessern wird erfolgreicher sein, als lediglich Boni anzubieten.
Wenn jedoch die Grundlagen für den Reproduktionserfolg vorhanden sind, können Manager Bonus-Programme in Betracht ziehen, um die Leistung der Mitarbeiter auf eine höhere Ebene zu steigern.





