Wachstumskontrolle - die Mühe lohnt sich!
Wie viele Milchproduzenten wissen, wie viel ihre Färsen bei der Geburt, dem Absetzen, der Besamung und beim Kalben wiegen? In zu vielen Herden, wird das Gewicht einer Färse zum ersten mal erfasst, wenn sie abkalbt hat.

Wie genau sind diese Daten? Dies ist davon abhängig, ob ein Tier tatsächlich gewogen oder nur geschätzt wurde. Die Aussage: "man kann etwas nicht managen ohne es zu messen", gilt mit Sicherheit für die Wachstumskontrolle Ihrer Nachzucht.
Wachstumskontrolle
Die Wachstumskontrolle Ihrer Nachzucht durch die Bestimmung von Größe und Gewicht, ist eine wichtige Maßnahme im Management der Färsenaufzucht und generell in der Milchviehhaltung. Es ist vergleichbar mit dem Sammeln der Milchleistungsdaten in Milchviehbetrieben. Die brauchbarsten Daten werden erzielt, wenn man das Wachstum routinemäßig überwacht (monatlich oder jeden zweiten Monat). Viele Manager sind jedoch oft entmutigt wenn es um routinemäßiger Datenerfassung geht, weil es in der Praxis arbeitsintensiv und sogar gefährlich sein kann, wenn die Anlagen nicht richtig für die Durchführung dieser Maßnahmen ausgelegt sind. Es gibt jedoch viele Vorteile, die für eine Datenerfassung sprechen. Wenn routinemäßige Wachstumskontrollen nicht möglich sind, sollte man überlegen, ob sie mit anderen Aktivitäten (Besamung, Impfung, Umstallung) kombinierbar sind. Wenn nicht alle Färsen zu einem bestimmten Zeitpunkt gewogen werden können, sollte eine repräsentative Stichprobe verwendet werden, um so die Leistung der Gruppe zu schätzen.
Messmethoden
Zur individuellen Gewichtsbestimmung der Tiere kann ein Maßband zur Gewichtsbestimmung, eine mechanische Waage oder eine elektronische Waage verwendet werden. Das Maßband ist sehr preiswert, aber weniger genau bei der individuellen Gewichtsbestimmung. Wenn die Tiere nicht richtig arretiert sind, kann die Anwendung eines Maßbandes auch gefährlich sein. Eine elektronische Waage ist die genaueste, aber auch die teuerste Option. Um die Kreuzbein- und / oder Schulterhöhe zu ermitteln kann ein Maßstab verwendet werden.
Was kann ich mit diesen Daten anfangen?
Das individuelle Körpergewicht kann verwendet werden, um
- die Färsen in Gruppen gleicher Größe aufzuteilen
- zu entscheiden wann ein Tier besamt werden soll
- die Medikamentendosis zu bestimmen, wenn ein Tier behandelt werden soll
- zu entscheiden welche Tiere aufgrund unzureichender Tageszunahmen geschlachtet werden sollen
Die kombinierte Erfassung von Größe und Gewicht hilft bei der Bestimmung, ob das erwünschte Wachstum erreicht wird. Zum Beispiel wird ein längeres, hochgewachsenes Rind gegenüber einem runden, verfetteten Tier, mit zu wenig Höhenwachstum, bevorzugt.
Es stehen Wachstumstabellen mit Rassestandards zur Verfügung, um das Wachstum Ihrer Färsen zu vergleichen. Als Faustregel gilt, dass Färsen mit etwa 40% des Körpergewichts eines ausgewachsenen Tieres in die Pubertät kommen. Es wird empfohlen, sie zu besamen, wenn sie 54% des ausgewachsenen Körpergewichts erreichen. Färsen sollten mit einem „7 Tage nach der Kalbung Gewicht" bei 85 Prozent des ausgewachsenen Körpergewichts kalben. (Van Amburgh, M., und M. Meyer 2005;. Hoffman, P.C. 2007).
Nach der Gewichtsbestimmung einzelner Tiere, sollten die durchschnittlichen Tageszunahmen (DTZ) für die Zeit seit der letzten Gewichtsmessung (Intervall) berechnet werden. Zusätzlich sollte man auch die DTZ der Lebensdauer ermitteln, wie in nachfolgenden Formeln gezeigt.
durchschnittliche Tageszunahmen im Intervall = aktuelles Gewicht - voriges Gewicht
Anzahl Tage im Intervall
durchschnittliche Tageszunahmen der Lebensdauer = aktuelles Gewicht - Geburtsgewicht
Alter in Tagen
Die Daten sollten mittels eines Managementprogramms oder einer Tabellenkalkulation aufgezeichnet und zusammengefasst werden. Das durchschnittliche Körpergewicht der Gruppen ist eine wichtige Information zum Ausgleich der Jungrinderrationen. Die durchschnittlichen Tageszunahmen pro Gruppe zeigen, ob die Färsen über oder unter den Erwartungen liegen oder diesen genau entsprechen. Wenn diese Information verfügbar ist, können Rationsanpassungen genauer vorgenommen werden.
Die Wachstumskontrolle Ihrer Nachzucht ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Bei den heutigen hohen Futterkosten sind Tierhalter ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, um effizienter zu sein und Abfall zu vermeiden. In dieser Situation können Wachstumsdaten Ihnen Informationen liefern, die Ihnen dabei helfen Ihre Fütterung besser zu managen. Es ist teuer Färsen zu füttern, die älter als 24 Monate sind. Eine regelmäßige Wachstumskontrolle Ihrer Nachzucht kann sicherstellen, dass die Herde die Betriebsziele für Wachstum erreicht.
Angeleht an dem Artikel "Heifer Growth Monitoring - Worth the Effort" von Dave R. Winston, Dairy Extension Scientist. Erschienen in Virginia Tech Cooperative Extension April 2011.






